Finanzkommunikation lohnt sich auch für den Mittelstand

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Was kleinere Unternehmen von börsennotierten Gesellschaften lernen können.

Finanzkommunikation ist nur relevant für börsennotierte Gesellschaften! Diese Auffassung ist unter mittelständischen Unternehmen noch immer weit verbreitet. Gleichzeitig aber sorgt die Finanzmarktkrise dafür, dass es für Unternehmen immer teurer und schwieriger wird, Kredite zu bekommen. Ein Zusammenhang zwischen mangelnder Kommunikation und gekürzten Kreditlinien oder verschlechterten Vertragsbedingungen bleibt oft unerkannt. Vielmehr scheint der Mittelstand emotionale Vorbehalte gegenüber der Finanzkommunikation zu haben – vielleicht aus einem Unabhängigkeitsanspruch heraus, vielleicht auch aus Unwissenheit.

Finanzierungschancen aktiv beeinflussen

Doch gute Finanzkommunikation – eine transparente und schlüssige Kommunikation gegenüber Kapitalgebern – ermöglicht Unternehmen nicht nur, die Bedingungen ihrer Finanzierung aktiv zu beeinflussen, sondern auch langfristige Vorteile gegenüber anderen Unternehmen zu sichern. Dies belegt eine repräsentative Studie für den Mittelstand in Deutschland, die durch die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG zusammen mit den Partnern BDI, Commerzbank, Financial Times Deutschland, dem Wirtschaftsmagazin impulse und mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums in Auftrag gegeben wurde. Sie zeigt, dass die mittelständischen Unternehmen, die Verfechter einer guten Finanzkommunikation sind, sich in ihrer betriebswirtschaftlichen Performance positiv von den Skeptikern abheben. Während Verfechter ihre geschäftliche Lage zumeist besser beurteilen, befinden sich unter den Skeptikern der Finanzkommunikation fast drei Mal mehr Unternehmen in der Krise.

Selbst- und Fremdbild abgleichen


Die Selbsteinschätzung von Unternehmern und die Wahrnehmung ihrer Finanzkommunikation durch Kapitalgeber liegen häufig weit auseinander. „Dies hat auch damit zu tun, dass die Kapitalgeber in den Augen der Unternehmer selbst nicht klar genug Anforderungen formulieren und nicht bedarfsorientiert beraten“, erklärt Professor Stephan Paul, Ruhr-Universität Bochum. Zu guter und vertrauensvoller Kommunikation gehören immer zwei Seiten: Auch Kapitalgeber sind aufgefordert, ihre Informationsbedürfnisse zu kommunizieren.

Von börsennotierten Gesellschaften lernen

Mit Andauern der globalen Finanzmarktkrise wird gute Finanzkommunikation als Erfolgsfaktor für mittelständische Unternehmen immer wichtiger. Für die erfolgreiche Planung und Umsetzung einer transparenten Berichterstattung kann als Orientierung die Kommunikationspraxis börsennotierter Unternehmen dienen. Sie sind verpflichtet, den Markt regelmäßig, zeitnah und umfassend über ihr Geschäft zu informieren. Zu den wichtigsten Informationsinstrumenten gehören dabei die Jahres- und Zwischenberichte sowie regelmäßige Mitteilungen aus dem operativen Geschäft. Je umfassender über Innovationen, Finanzierungs- und Marktstrategie informiert wird, desto besser können Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und Zukunftsfestigkeit belegt werden.

Der Mittelstand sollte der Finanzkommunikation mehr Aufmerksamkeit widmen! Die an Kapitalgeber übermittelten Informationen müssen sorgfältig auf Aussagekraft, Aktualität und Vollständigkeit überprüft werden. Gute Finanzkommunikation kann verhindern, dass aus einer Kommunikationsklemme eine Kreditklemme wird.

janina.wismar@kirchhoff.de

1 Kommentar für “Finanzkommunikation lohnt sich auch für den Mittelstand”


  1. 1 Sarina Siebert

    Interessant! Hätte ich so gar nicht gesehen, aber es stimmt.

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