Usability - und immer an die Nutzer denken!

Eine Website ist kein statisches Gebilde. Ob sie dem Verkauf von Produkten oder der Informationsvermittlung dient, in jedem Fall bedarf es einer Vielzahl von Handlungen seitens der Nutzer, damit ihr Ziel erreicht wird - vom einfachen Navigieren durch die Seite über den Download von Dokumenten, das Ausfüllen von Bestell- oder Kontaktformularen bis hin zum Auslösen des Bezahlvorgangs.

Achtet der Webdesigner auf die Usability seiner Layoutentwürfe, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Nutzerinteraktionen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Er gestaltet Funktionen möglichst selbsterklärend und entwirft eine Navigation, die intuitiv nutzbar ist. Funktionen, deren Handhabung erst umständlich erklärt werden muss, sind schlecht konzipiert. Eine Navigation, deren Logik sich die Nutzer erst mühsam erschließen müssen, ist schlecht gestaltet. Es gilt die Maxime: Don’t make me think! All das ist von Übel, was den gedanklichen oder den Handlungsaufwand der Nutzer erhöht, weil es sie vom Content als dem Wesentlichen ablenkt.

Intuitiv nutzbar ist die Navigation und sind die Funktionen, wenn ihre Logik auf gelerntem Verhalten aufsetzt. Wenn die Nutzer sich auf einer Vielzahl von Websites an eine bestimmte Funktionslogik, an ein bestimmtes Muster gewöhnt haben, dann bilden sie die Erwartung heraus, dass auch auf der nächsten Website die gleiche Logik anzutreffen sein wird, und dass die gleiche Interaktion auf die gleiche Weise möglich sein wird. Dem sollte der Webdesigner nicht entgegenarbeiten. Das Stichwort lautet hier: Erwartungskonformität.

Es ist deshalb gute Praxis, sich an dem zu orientieren, was breitflächig Verwendung findet, denn nur das wirkt prägend und bestimmt die Erwartungshaltungen. Anders gesagt: Das Konventionelle ist oftmals das Gute und Richtige – jedenfalls dann, wenn die Usability-Messlatte angelegt wird. Sich ohne Not davon abzusetzen ist begründungspflichtig – und anders sein um des Andersseins willen ist keine hinreichende Begründung.

Konventionell ist es … ein Suchfeld im rechten oberen Bereich der Website zu platzieren; eine Druckfunktion mit einem Icon zu versehen, das einen Drucker zeigt; eine Primärnavigation am linken Rand der Website anzubieten. Nichts davon überrascht die Nutzer, über nichts davon müssen sie nachdenken. Sie können sich auf das Wichtige konzentrieren – den Content.

Unkonventionell ist es … ein Suchfeld im linken unteren Bereich der Website zu platzieren; einen Downloadlink mit einem Icon zu versehen, das einen nach oben gerichteten Pfeil zeigt; eine Navigation am rechten Rand anzubieten. All dies sieht man selten. Die Nutzer werden gezwungen, sich aktiv mit Elementen der Seite auseinanderzusetzen, deren Platzierung und Handhabung sich idealerweise von selbst verstehen sollten, es hier aber nicht tun. Damit wird Aufmerksamkeit vom Content abgezogen. Und es steigt das Risiko, dass die Nutzerinteraktion fehlschlägt oder von vornherein unterbleibt. Die Toleranzschwelle des Durchschnittsnutzers liegt niedrig. Langes Suchen oder umständliche Funktionen quittiert er schnell mit einem Verlassen der Website.

Für den Webdesigner bedeutet dies, dass sich das Layout der Website nicht primär an ästhetischen Kriterien orientieren darf, sondern dass der Aspekt Usability Vorrang genießen muss. Ein schönes Layout, das auf Kosten der Usability geht, ist ein schlechtes Layout. Es ist wie beim Fußball - schön spielen und gewinnen ist das Ideal. Wenn jedoch beides nicht zusammengeht, was ist dann das Wichtigere? Ein Tipp: Fragen Sie nicht Ihre Freundin …

Ich habe fertig!

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