The Return of Flash or “Am I Missing Something?”

Steve Jobs ist tot. Was immer das für die strategische Ausrichtung und damit für die Zukunft Apples bedeuten mag, mit einem ist jedenfalls nicht zu rechnen: Dass Apple-Produkte in naher Zukunft Flash unterstützen werden. Derartige Erwartungen entspringen eher der Frustration darüber, dass es seitens der Kalifornier nie eine zufriedenstellende Begründung dafür gab, dass eine weitverbreitete und beliebte Internettechnologie schlicht ignoriert wird. Da klagen nicht hilft, müssen sich sämtliche Anbieter von Websites irgendwie zu dieser Tatsache verhalten. Sinnvollerweise weichen sie auf alternative Technologien aus.

In dem Zusammenhang sind wir während des Researchs zum diesjährigen Online-GB-Ranking auf ein überraschendes Phänomen gestoßen: Während manche Unternehmen das Flashproblem zu umgehen versuchen, springen ihm andere geradezu in die Arme.

Online-Geschäftsberichte werden in drei verschiedenen Aufbereitungsformen angeboten: als vollwertige HTML-Microsites, als klassische PDF-Dateien und als bildbasierte Formate - je nach Gusto Blättershow oder JPG-Show genannt. HTML-Umsetzungen haben naturgemäß mit der Flashproblematik zu kämpfen, weil sie insbesondere in der Umsetzung der Imagestrecken gerne auf die Animationsmöglichkeiten dieses Formats zurückgreifen. Dass auch die bildbasierten Formate betroffen sein würden, war eine Überraschung.

Bei den Blättershows handelte es sich bislang meist um in Bilder konvertierte PDF-Dateien in einem HTML-Rahmen, der wenig mehr erlaubt als das Durchblättern und Vergrößern der Seiten. Warum dies keine webgerechte Form der Aufbereitung ist, hat Dominic Jones in seinen beiden maßgeblichen Blogbeiträgen „10 reasons to avoid image-based annual reports“ und „The worst web mistake IR departments make“ überzeugend erläutert.

Umso unverständlicher, dass die Mehrzahl der DAX- und MDAX-Unternehmen, die in diesem Jahr bildbasierte Formate anbieten (20), nun auch noch dazu übergegangen sind, die Bilder nicht mehr in einen HTML-Rahmen (8), sondern in ein Flash (12) zu pressen. Ergebnis: Auf keinem iPad, keinem iPhone werden diese Flash-Geschäftsberichte dargestellt.

Was motiviert diese Unternehmen, ein nicht webgerechtes Format mit einer Technologie zu kombinieren, die sämtliche Apple-Nutzer ausschließt? Die Intuition, dass zweimal minus plus ergibt? Oder ist es lediglich der Druck, mit dem manche Agentur das Flashmodell in Zeiten stagnierender Onlinebudgets in den Markt zu pressen versucht? Eigentlich unglaublich.

Thoughts? Anyone?

2 Kommentare für “The Return of Flash or “Am I Missing Something?””


  1. 1 Thomas Rosenmayr

    Ich denke wer eine Blättershow macht denkt ohnehin nicht primär an den User?

  2. 2 Thomas fellinger

    ich glaube, das es dieses jahr noch schlicht zu früh war, um SVG (als ersatz für Flash) flächendeckend zu verwenden - next Year, next try

Senden Sie einen Kommentar