Autorenarchiv für Jens Hecht

Stark engagiert – aber schlecht platziert?

Nachhaltiges Engagement haben sich mittlerweile viele Unternehmen auf die Fahnen geschrieben. Umso erstaunter ist dann die Reaktion, wenn sich dieses Engagement nicht in der Bewertung in CSR-Rankings widerspiegelt. Doch Engagement allein reicht nicht aus.

csr_blumenEinige Investoren und Analysten sagen: „CSR kostet nur und schafft keine Werte.“ Spenden seien eine „Veruntreuung von Aktionärsgeldern“. Corporate Social Responsibility richtig verstanden bedeutet aber etwas anderes! Nämlich Maßnahmen im Sinne der Stakeholder ergreifen, die gleichzeitig auch den Unternehmenswert steigern. Dann sind unternehmerische Wohltaten für alle Anspruchsgruppen von Vorteil: für die Mitarbeiter, die Gesellschaft, die Umwelt und auch für Aktionäre.

Wie soll die Qualität von CSR gemessen werden?

CSR-Rankings gibt es inzwischen viele. Den meisten fehlt der Aspekt der Wertschaffung. Bei dem von Kirchhoff Consult initiierten und zusammen mit dem manager magazin durchgeführten „Good Company Ranking“ spielen die finanzielle Performance und die Wertschaffung für die Eigentümer des Unternehmens dagegen eine bedeutende Rolle.

So haben sich einige der „Industry Leaders“ im Bereich der Nachhaltigkeit gewundert, dass sie im Good Company Ranking nicht unter den Top Ten gelandet sind. Unternehmen wie die Deutsche Post, Metro, Lufthansa, Deutsche Bank und BMW sind zwar in vielen Bereichen der Nachhaltigkeit vorbildlich, haben aber im 5-Jahres-Betrachtungszeitraum des Rankings Vermögen der Aktionäre vernichtet. Mit einer Anlage im breiten STOXX Index hätten sie dagegen Geld verdient.

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Stärkung der Frauenquote

Anpassung der Corporate Governance-Richtlinien

Jens Hecht, Mitglied des Vorstands der Kirchhoff Consult AG

Jens Hecht, Mitglied des Vorstands der Kirchhoff Consult AG

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex (DCGK) hat am 29. Mai 2009 verschiedene Anpassungen des Kodex beschlossen. Diese betreffen die personelle Zusammensetzung des Aufsichtsrats, die Vorstandsvergütung und den Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung.

So wird nunmehr die Empfehlung verschärft, dass Vorstände eines Unternehmens nicht in den Aufsichtsratsvorsitz wechseln sollen. Außerdem sollen Vorstandsmitglieder einer börsennotierten Gesellschaft künftig nicht mehr als drei Aufsichtsratsmandate in konzernexternen börsennotierten Gesellschaften wahrnehmen. Bisher liegt die Höchstzahl bei fünf.

Ferner empfiehlt die Kodexkommission, dass bei der Zusammensetzung des Vorstands und des Aufsichtsrats zukünftig auch auf eine ausreichende Vielfalt geachtet werden soll. Mit dieser neuen Empfehlung soll eine größere Internationalität sowie eine angemessene Vertretung von Frauen in deutschen Vorständen und Aufsichtsräten erreicht werden.

jens.hecht@kirchhoff.de

Alles zu seiner Zeit

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit bleibt die Pflicht zum Prognosebericht

Jens Hecht, Mitglied des Vorstands der Kirchhoff Consult AG

Jens Hecht, Mitglied des Vorstands der Kirchhoff Consult AG

Die aktuelle Wirtschaftskrise und die nur schwer einschätzbare künftige wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen die Prognosefähigkeit vieler Unternehmen. Nachdem bereits sämtliche DAX30-Unternehmen ihre Geschäftszahlen veröffentlichten, ging auch der Deutsche Standardisierungsrat (DSR) der Frage nach, wie sich die Krise in der Prognoseberichterstattung im Konzernlagebericht widerspiegeln sollte.

Obwohl die wirtschaftlichen Unsicherheiten deutlich über das normale Maß hinausgehen, ist laut DSR ein vollständiger Verzicht auf den Prognosebericht nicht vertretbar. Es wird aber eingeräumt, dass Trendaussagen für das nächste Geschäftsjahr in einer allgemeinen und weniger konkreten Form dargestellt werden können. Zudem sind keine eindimensionalen Trendaussagen zu fordern, die sich lediglich auf eine Bezugsgröße beziehen. Alternativ können mehrdimensionale Trendaussagen auf Basis verschiedener Szenarien getroffen werden.

jens.hecht@kirchhoff.de

DAX-Unternehmen blicken pessimistischer auf 2008

Zum vierten Mal in Folge haben wir die Prognoseteile aus den Geschäftsberichten der 30 DAX-Unternehmen analysiert. Dieses Jahr wurde zusätzlich untersucht, inwiefern die Prognosen aus den Geschäftsberichten 2007 in den aktuellen Halbjahresberichten bestätigt oder korrigiert wurden. Weiterlesen von ‘DAX-Unternehmen blicken pessimistischer auf 2008′

Deutscher Standardisierungsrat: Konkretisierung der Zwischenberichterstattung

DRS 16: Zwischenberichterstattung

DRS 16 konkretisiert die Vorschriften des Transparenzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (TUG) und der Transparenzrichtlinie-Durchführungsverordnung (TranspRLDV), in denen Vorgaben zur Halbjahres- und Quartalsfinanzberichterstattung gemacht werden. DRS 16 regelt auch den laut TUG erstmals gesetzlich geforderten Zwischenlagebericht im Halbjahresfinanzbericht. Ferner werden die Zwischenmitteilung der Geschäftsführung sowie der so genannte „Bilanzeid“ konkretisiert.

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Deutscher Standardisierungsrat: neue Rechnungslegungsstandards

DSR 15a: Übernahmerechtliche Angaben und Erläuterungen im Konzernlagebericht DRS 15a konkretisiert die Angaben gem. § 315 Abs. 4 HGB. Der „Konzernlageberichtsparagraph“ § 315 HGB wurde bereits am 8. Juli 2006 zur Umsetzung der EU-Übernahmerichtlinie entsprechend erweitert. Der Standard empfiehlt, alle übernahmerechtlichen Angaben unter einem gesonderten Gliederungspunkt des Lageberichts zusammenzufassen. Er konkretisiert die zu machenden Angaben und thematisiert, inwieweit Verweise zwischen Lagebericht und Anhang möglich sind.

Konkrete Prognosen immer noch Mangelware

Weniger als die Hälfte aller DAX-Unternehmen geben eine konkrete Ergebnisprognose im Ausblick.

Die für das dritte Jahr in Folge durchgeführte Studie zeigt keine Verbesserung der Transparenz innerhalb der von den DAX30-Unternehmen publizierten Prognoseberichte. Weiterhin veröffentlichen nur 47 % der Unternehmen konkrete Zahlen für das prognostizierte Konzernergebnis 2007 in ihren Geschäftsberichten. Auch die Vorgabe des DRS15 (Deutscher Rechnungslegungsstandard zur Lageberichterstattung), einen mindestens zweijährigen Ausblick zu geben, wird von der Hälfte der DAX-Unternehmen nicht erfüllt. Den erwarteten Umsatz veröffentlicht nur etwa jedes dritte Unternehmen. Eine höhere Informationsbereitschaft ist hingegen bei den geplanten Investitionen zu beobachten. Quantitative Angaben hierzu veröffentlichen immerhin 60 % der größten deutschen börsennotierten Konzerne.

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