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„Preisfrage!?“

Am 1. Oktober war es so weit! Das Warten hatte endlich ein Ende – der Bann war gebrochen: Mit Vtion Wireless Technology gab es den ersten Börsengang seit der Lehman-Pleite oder besser gesagt dem Auftakt der Finanzkrise. Gespannt warteten Experten, Medienvertreter und Anleger auf das Listing und damit eine Antwort auf die Frage: Wird die Aktie im Markt angenommen und – zu welchem Preis?
Wagt ein Unternehmen den Schritt an die Börse, sind bekanntlich viele Faktoren für den Erfolg von Relevanz. Im Fokus aller Beteiligten: der Emissionspreis. Er ist während des gesamten Prozesses präsent und beschäftigt alle teilnehmenden Parteien in hohem Maße. Doch wie kommt er zustande? Und welche Kräfte wirken auf ihn ein? Wir haben die Preisfrage gestellt.

Alt vs. neu

Bei der Preisfindung stehen sich zu Beginn zwei Interessengruppen gegenüber. Auf der einen Seite der so genannte Altaktionär, der – wenn er sich rational verhält – versucht, den maximalen Erlös für seine abzugebenden Anteile zu erzielen. Sein Gegenüber ist der zukünftige Investor. Dieser wiederum erwartet ebenfalls – bei gegebenem Risiko – einen entsprechenden Ertrag zu erwirtschaften. Dieser resultiert aus der Höhe des Zeichnungsgewinns bei Handelsaufnahme in Kombination mit der späteren Performance im Sekundärmarkt.

Der Zeichnungsgewinn steht dabei in direktem Zusammenhang mit dem Phänomen des „Underpricing“, das bedeutet, der festgelegte Emissionspreis liegt unter der ersten Kursnotierung, so dass im Vorfeld ein starker Zeichnungsanreiz für die Anleger bestand. Gut für den Zeichner, schade für Unternehmen und Altaktionär: Während der neue Aktionär direkt zu Beginn einen zusätzlichen Gewinn einstreichen kann, müssen die beiden anderen die entstandenen Opportunitätskosten tragen und die Differenz zwischen Emissions- und gehandeltem Preis wehmütig zur Kenntnis nehmen. Weiterlesen von ‘„Preisfrage!?“’