Archiv für 'Corporate Identity'

The Annual Report on Annual Reports

Wie wurden die Reports bewertet?

Wie wurde bewertet?

Bereits zum dreizehnten Mal bewertete ReportWatch die internationale Crème de la Crème. Die Geschäftsberichte namhafter internationaler Unternehmen werden im “The Annual Report on Annual Reports” gerankt. Seit der ersten Ausgabe hat sich viel verändert: Das Umfeld der Berichterstattung wurde kräftig durchgewirbelt von Krisen, Wachstum, Regulierung, Deregulierung, dem Internet, Nachhaltigkeit, Shareholdern und und und. Die Quintessenz des Editors in seinem Vorwort lautet dennoch, dass die Qualität der Berichte und ihrer Standards über die Jahre deutlich gestiegen ist. Vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise mussten 50 % der untersuchten Berichte einen verminderten Umsatz oder Verluste ausweisen, wobei Kaevan Gazdar, ein Jury-Mitglied, zusammenfasst: Er wäre “schockiert, wie viele Unternehmen eine der größten wirtschaftlichen Krisen seit Jahrzehnten einfach umgehen oder verdrängen.” Auf der anderen Seite aber auch beeindruckt von den wenigen Unternehmen, die die Courage bewiesen, ihre Stakeholder mit der Krisensituation zu konfrontieren und entsprechende Ziele sowie Strategien zu kommunizieren. Einige sehr gute Geschäftsberichte zeigten, dass ein schlechteres Ergebnis und die Rezession nicht zwangsweise in einer schlechten Kommunikation enden müssen.

Auszug: Der erste und der letzte Report

Auszug: Der erste und der letzte Report

Der Monitoring-Prozess von ReportWatch besteht aus einer Auswahl von 300 global gelisteten Unternehmen. Sie gibt einen repräsentativen Querschnitt der Unternehmens-, Branchen- und geografischen Vielfalt wider.

Der Geschäftsbericht der Deutschen Lufthansa AG erreichte im Ranking Platz 34, der Bericht der Henkel AG & Co. KGaA Platz 59. Beachtenswert fand die Jury bei Lufthansa:  “die feine Steuerung vom Take-off (Key figures, Events) bis hin zu den Umständen der Landung (Steuerung der Sicherungsgeschäfte)”. Die detaillierten Berichte über die verschiedenen Segmente gingen bei Henkel einher mit klaren Statements, und überzeugten damit die Jury.

Brand Reporting

Der Geschäftsbericht weiter gedacht

Der Geschäftsbericht 2008 des Schweizer Reisekonzerns Kuoni
Der Geschäftsbericht 2008 des Schweizer Reisekonzerns Kuoni ist in drei Teile gegliedert und in einem Schuber zusammengefasst. Innovativ ist insbesondere
der „Brand Report“.
„Made in Germany“ war mal ein Markenversprechen. Doch dieses Versprechen hat über die Jahre zunehmend an Glanz verloren. Anders sieht es in der Schweiz aus. „Swiss made“ bürgt für Qualität und Präzision. Ein Qualitätsanspruch, der den Schweizern bereits in die Wiege gelegt zu werden scheint. Wie sonst ist der unbändige Stolz über die im eigenen Land hergestellten Produkte zu erklären. Es gibt eigentlich kein Schweizer Unternehmen, das nicht mit dieser „Swissness“ wirbt. Zumal das Land an sich wie eine Marke vermarktet wird. Marken werden als höchstes Gut behandelt, gehegt und gepflegt. Unternehmen investieren in ihre Marken und heben somit den Markenwert.

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Sustainable Identity

Marken erleben wir über Werbespots, zumindest klanglich, da wir in den Werbepausen doch lieber schnell eine Kaffeekapsel in die schicke Nespresso-Maschine einwerfen. Wir überblättern sie in einem Magazin oder (über)sehen sie auf den Banden eines Fußballstadions. Diese Kommunikations- oder Werbeformen haben nicht wirklich etwas mitzuteilen. In diesem Umfeld verhalten sich Unternehmen wie kleine Kinder, die lediglich nach Aufmerksamkeit heischen und die kränkelnde Werbebranche künstlich am Leben erhalten.

Ab und zu ver(w)irren sich die Zielgruppen in den Maschen des Internet auf einer Unternehmenswebsite. Dort erfahren wir etwas über Produktneuheiten, Umsatzzuwächse oder krisenbedingte Umsatzeinbrüche. Auf der Suche nach tief greifenden Informationen zum Umwelt-Engagement oder dem verantwortungsvollen Handeln muss der Interessent jedoch Ausdauer beweisen. Aussagen über das Umweltbewusstsein eines Unternehmens, über das gesellschaftliche, soziale und kulturelle Engagement eines Unternehmens sind oft den allgemeinen Aussagen über Unternehmensstrategie, Unternehmensphilosophie oder Unternehmenspositionierung beigemischt. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Umfassende Informationen erhält der interessierte Leser in den Nachhaltigkeitsberichten oder im Internet, auf eigens zum Thema „Verantwortung“ erstellten Internet-Portalen. Diese sind jedoch selten und oft unspektakulär mit der Corporate Website verlinkt und weitestgehend nur von großen Konzernen publiziert. Im Grunde hat jedes Unternehmen etwas zu einem der genannten Themen zu sagen.

Diesen Unternehmen fehlt eine Profilierung und Positionierung über Informationen aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft und Soziales. Es fehlt die Sustainable Identity.

Unternehmen werden zusehends über diese Aspekte des Handelns wahrgenommen. Es sind immaterielle Aspekte, Dienstleistungen und Leistungen. Immaterielle Leistungen sind Werte. Werte schaffen Märkte. Märkte erreicht man über Wahrnehmung. Wahrnehmung ist Identität: Nachhaltige Identität.

thorsten.greinus@kirchhoff.de

Corporate Publishing 3.0

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Die Corporate-Publishing-Branche zeigt sich stark und gibt sich siegessicher. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des Forum Corporate Publishing und dem Best of Corporate Publishing Kongresses am 24. Juni 2009 in Berlin wurde Euphorie angesichts einer neuen Generation des Corporate Publishings verbreitet.

Die Branche ist in Krisenzeiten stabil und wird es auch in Zukunft sein. Anlass genug, den Schulterschluss mit Dienstleistern im Bereich Corporate TV zu suchen, eine Corporate Publishing Akademie zu gründen und eine Corporate Publishing Community ins Leben zu rufen. Alles mit dem Ziel, mit Innovationen den Markt zu beflügeln und mit den Entwicklungen im Bereich neuer Kommunikationsformen Schritt zu halten oder diese zu überholen. Innovationen sind derlei viele in Sicht. Allerdings werden diese in Deutschland noch stiefmütterlich behandelt. Man haftet an konventionellen Kommunikationsformen. Seit den 1990er Jahren hat sich die Anzahl der Medien (u. a. Magazine, Zeitschriften) im Bereich Corporate Publishing in Deutschland nahezu verdoppelt. Nicht jedoch die Bevölkerung.

Zu viel Content für zu wenige Leser

Wir müssen das monomediale Denken aufgeben. Kern der Kommunikation ist nicht mehr Content sondern die Qualität der Botschaft und Story. Die Welt verändert sich und mit ihr die Kommunikation. Das stellt alle vor große Herausforderungen – Unternehmen und Agenturen. Das ist Chance und Risiko zugleich.

In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr Informationen generiert als in den 500 Jahren zuvor. Geschätzte 62 Billionen Spam-Mails wurden allein im Jahr 2008 versendet. Der Durchschnittskonsument wird im Schnitt mit ca. 5000 Werbebotschaften am Tag konfrontiert. Allein eine von fünf Werbebotschaften bleibt beim Rezipienten haften. 25 Millionen Menschen in Deutschland sind mit sozialen Netzwerken verlinkt. Wir erleben die Welt über neue Kommunikationskanäle und Plattformen wie Google, Twitter, Xing, Facebook und Youtube. Von Blogs, Podcasts und Chats ganz zu schweigen.

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